Eurasier vom Tenderingssee
Eurasier vom Tenderingssee

Zucht

Warum wollen wir züchten?

Da muss ich etwas weiter ausholen.

Ich bin eigentlich sehr spät "auf den Hund gekommen" und das wohl auch eher zögerlich.

Als junge Frau wurde ich von einem Hund ins Gesicht gebissen und von dem Zeitpunkt an waren für mich Hunde tabu. Das dauerte zehn Jahre an und in der Zwischenzeit musste ich auch noch erfahren, dass Mutter Natur für mich die Rolle einer Mama nicht vorgesehen hatte. Ich hatte schwer mit dieser Tatsache zu kämpfen. Etwa drei Jahre sind ins Land gegangen und ich habe durch meine Arbeit eine ältere Golden Retriever Hündin, die Elsa, kennengelernt. Allmählich fühlte ich mich zu einem Hund hingezogen und in mir reifte der Wunsch, einen Hund in mein Leben zu lassen. Auch oder vielleicht trotz meiner natürlich noch vorhandenen Ängste sollte es ein Welpe einer Rasse sein, die nur lieb ist. Also zog im August 2000 eine zwölf Wochen alte Goldi Hündin, welcher ich den Namen Jule gab, bei mir ein.

Es wurden wunderschöne und vor allem lehrreiche Jahre, Jule war mein Familienmitglied ebenso wie mein Therapeut.

Im Jahr 2014 kam meine Schwester mit ihrer Zuchthündin in unsere Nähe, denn sie sollte gedeckt werden. Ayanee, eine wunderschöne, liebe Hündin war mir für mich allerdings zu ruhig. Ich hatte schließlich eine Goldi-Dame, die auch mit 14 Jahren noch spielte, rannte und jeden Tag Spaß brachte.

Aber dann lernte ich den Deckrüden kennen und nach einer Woche war es um mich geschehen. Er brachte alles mit, was ich mir von einem Hund wünsche, Familienhund, der auch gerne spielt und nicht zu ruhig ist. Der auch bei allem seinen eigenen Kopf hat und trotzdem mit uns einen "Kreis" bildet.

Und die Rasse dieser tollen Hunde - Eurasier. Ja was soll ich sagen, der Besuch von Ayanee trug Früchte und im Juni 2014 kam Ayuna mit ihren Geschwistern. Im August fuhren wir dann an die Ostsee und machten dort Urlaub, um im Anschluss mit der kleinen Maus als neues Familienmitglied nach Hause zu fahren.

An Zucht habe ich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht gedacht, aber der Einstieg in die "Eurasierwelt" war gemacht. Fortan beschäftigte ich mich immer mehr mit der Rasse, mit der Zucht, was es heißt, verantwortungsvoll zu züchten, was wichtig ist. Dabei wurde mir erst richtig bewusst, dass gerade bei einer so jungen Rasse viel Verantwortung von Nöten ist, um den Gedanken des Begründers dieser Rasse, weiterhin fortzuführen und einen gesunden, langlebigen, robusten und familienfreundlichen Hund zu erhalten.

Ayuna wuchs zu einer lieben, sehr verspielten Hündin heran, sie war lange "Kind", aber das war gut so. Ihr Charakter, ihr Aussehen und ihr Auftreten zauberten mir regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht. Natürlich haben wir einen so tollen Hund nicht einfach "fertig" von der Züchterin übernommen und so manche Diskussion zwischen Ayuna und mir ging ins Land, aber auch genau das macht sie aus und macht das Leben mit ihr immer wieder spannend.

Natürlich machten wir die Gesundheitsuntersuchungen und waren glücklich, dass wir zudem einen gesunden und dem FCI Standart 291 entsprechenden Hund haben.

Jetzt allmählich kam auch in mir immer häufiger der Gedanke, sollte ich vielleicht mit dieser wunderbaren Hündin züchten? Ich habe lange überlegt, aber unsere Wohnsituation sprach dagegen, erste Etage und der Weg in den Garten war nur durch den Keller möglich.

Trotzdem haben wir alles für eine Zuchtzulassung getan. Und wie der Zufall es so wollte, fanden wir eine Wohnung, die für uns Zweibeiner besser war und ganz nebenbei für eine Zucht sehr gut geeignet.

Damit war die Entscheidung für eine Zucht gefallen.